11. Hilfseinsatz – Samba Si, Borders No!

Am 2. Weihnachtstag starteten wir mit 8 Menschen unseren 11. Hilfseinsatz. Die Reise begann mit zwei zur Verfügung gestellten Transportern in der Dortmunder Nordstadt. Vollgepackt mit Material, welches wir an Wave Thessaloniki weitergaben, machten wir uns auf den 2 Tage andauernden Weg nach Thessaloniki. Unsere Hinfahrt führte uns durch Deutschland, die Schweiz und Italien. Von dort setzten wir mit der Fähre nach Griechenland über. Nachdenklich stimmte uns auf der Hinfahrt bereits, welche Privilegien wir haben und dass sich an keiner Grenze niemand für uns interessierte. Wir wurden überall durchgewinkt und konnten weiterfahren.
Im strömenden Regen kamen wir in der zweitgrößten Stadt Griechenlands an und waren aufgeregt und enthusiastisch was uns denn am nächsten Tag erwarten würde, denn für die meisten von uns ist es der erste Hilfseinsatz.

Wave Thessaloniki ist eine Gruppe von freiwilligen Menschen, die es sich zum Ziel gesetzt hat grundlegende Bedürfnisse von Menschen die auf der Flucht sind zu erfüllen. Dazu wird einmal am Tag in einem Küchencontainer eine frische Mahlzeit zubereitet. Außerdem gibt es bei Wave ein Warehouse, in dem Kleidung, Hygieneartikel und Schlafsäcke gelagert werden. Diese werden dann an die Hilfesuchenden ausgeteilt. Das tolle an Wave ist, dass dort ehemalige Hilfesuchende sich auch als Teil des Teams engagieren.

Am Tag nach der Ankunft ging es dann für alle von uns zu unserem ersten Arbeitstag bei Wave Thessaloniki. Auf dem Plan stand das Zubereiten einer warmen Mahlzeit. Dafür frittierten wir Blumenkohl, kochten Reis und schnitten das Gemüse für den nächsten Tag. Nachdem wir das Essen zubereitet hatten, ging es zur Distribution, also zur Verteilung der Mahlzeit. Wir hatten vorher 80 Mahlzeiten verpackt, die wir zum Großteil auch weitergeben konnten.

Für die meisten von uns, ist es der erste Hilfseinsatz und wir waren betrübt in welchem Umfeld die Menschen dort leben. Das Gelände auf dem der Küchencontainer und das Gebäude von Wave steht, befindet sich in einem Rotlichtviertel. Schaut man sich in der Gegend um, sieht man riesige Müllberge, Straßenhunde und verlassene Zugwaggons. Wenn man dort ist wirkt es surreal, dass dort Menschen ihre Zeit verbringen und ihr Dasein verstecken müssen. Wenn die Polizei an einigen Tagen dort vorbeikommt, sind die Menschen sehr aufgewühlt. Sobald es Sirenen zu hören gibt, werden die Menschen nervös: denn sie sind illegal dort. Diese Angst merken wir dann in den kommenden Tagen auch bei der Distribution. Dann kommen weniger Menschen und nehmen das Angebot war.

Der zweite Tag startete diesmal mit strahlendem Sonnenschein. Vollkommen überwältigt mit welcher Herzlichkeit wir in das Team aufgenommen wurden, welches sich schon am zweiten Tag wie ein Team aus langjährigen Freunden anfühlt. Die Volunteers bei Wave ermutigten uns am ersten Tag, dass sich das Team schon bald wie eine große Familie anfühlen würde. Sie hatten recht. Der Zusammenhalt in dieser Gruppe ist überwältigend.
Einige aus unserem Team starteten mit dem Kochen. Der Rest von uns fing an die Lagerräume aufzuräumen und zu säubern. Für den Tag stand auch auf dem Plan den Küchencontainer mit Dämmung auszustatten: denn im Sommer ist es in diesem Trailer unerträglich heiß und im Winter eisig kalt. Um die Sonne Griechenlands effektiv zu nutzen, brachten wir auf der mobilen Küche Solarpaneele an. Nun verfügt der Küchentrailer über eine mobile Stromversorgung. Das heißt, dass es fortan Licht und Strom in dem Trailer geben wird.

Der dritte und vierte Tag verging bei Wave wie im Flug. Nun wussten wir soglangsam wie die Tage dort ablaufen. Es wurde gekocht, Obst und Gemüse vom Markt eingesammelt, Essen verteilt und die Räumlichkeiten von Wave gereinigt.

Für Hannah, Mona, Felix und Leo ging es dann am 4. Tag nach Serres. Dort wird nun die Organisation Lifting Hands unterstützt. Die anderen vier werden weiterhin Wave unterstützen. Dort steht für die kommenden Tage das Aufschütten von Kies vor dem Trailer an. Außerdem wollen wir die Gegend ein wenig von den Müllbergen befreien.

Vielen Dank fürs lesen.
Bleibt gesund und solidarisch!

Fotos: Sally Victory Jüssen

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